Donnerstag, 18. Januar 2018

Rezension: Im Wald von Nele Neuhaus



Im Wald
von Nele Neuhaus
Krimi
ISBN: 9783548289793

Worum es geht:
Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander ehem. Kirchhoff vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf?

Mein Eindruck:
Generell bot mir "Im Wald", der mittlerweile achte Band, die Spannung, die ich aus der Reihe rund um Bodenstein erwarte. Der Fall ist schlüssig und dennoch spannend aufgebaut. Die Charaktere sind wieder klasse dargestellt, da jeder für sich nachvollziehbar handelt. Dabei tauchen eine Menge menschlicher Abgründe auf.
Außerdem gefällt mir, dass es im Ermittlerteam eine neue Figur, sprich einen neuen Kollegen gibt.

Zwar zeigt das Buch ein Personenverzeichnis auf, dennoch war mir die Fülle der Charaktere (außerhalb des Ermittlerteams) abschnittsweise ein wenig zu viel. So konnte ich das Buch schlecht für ein oder zwei Tage aus der Hand legen, ohne hinterher überlegen zu müssen, wer welche Funktion in dem Buch hat.
Außerdem kamen mir die Beschreibungen der Landschaft häufig zu gestelzt vor - das ist mir bei den vorhergehenden Bänden nicht so negativ aufgefallen. Dadurch hatte ich in diesem Band leider häufiger das Gefühl, dass sich das Buch unnötigerweise in die Länge zieht.

Mein Fazit:
Für zwischendurch eine solide Unterhaltung für Neuhaus-Fans. Als Neueinsteiger in die Reihe jedoch nicht zu empfehlen, da dies, meiner Meinung nach, eins ihrer schwächsten Bücher ist.


Hier findest du noch mehr Infos rund um die Reihe sowie die Autorin!

Freitag, 12. Januar 2018

Meine Leseziele für 2018

Willkommen zurück!

Hier herrschte Funkstille - eine sehr lange Funkstille. Das lag zum einen an meiner Leseflaute, die mich im zweiten Halbjahr überfiel. Die war heftig und hielt sehr lang an. Ich hatte irgendwie keine Ruhe und auch keine richte Lust, um zu lesen. Ich wollte die Zeit mit unserem Baby einfach in vollen Zügen genießen - und um ehrlich zu sein manchmal auch nur schlafen, wenn das Baby schlief.

Das letzte Quartal 2017 hatte es dann noch einmal richtig in sich. Energie war für das Lesen oder diesen blog leider nicht mehr da und so hab ich natürlich auch die challenges einfach abgebrochen. Ganz ehrlich, ich bin froh, dass diese Zeit vorbei ist und wir alle gut daraus gekommen sind. Neues Jahr, neues Glück oder?

Meine Leseziele für 2018

Mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist im vergangenen Jahr förmlich explodiert. Im Regal ist kein Platz mehr und einige Bücher mussten tatsächlich schon in den Keller umziehen. Das muss sich ändern! Mir war es noch nie so ernst mit dem SuB-Abbau, daher hier meine Leseziele:
  • mir selbst keine neuen Bücher kaufen
  • 40 Bücher vom SuB lesen  (selbst im Jahr 2017 hab ich ca. 30 Bücher geschafft, trotz allem. Da sollten ein paar mehr in diesem Jahr als Ziel ok sein)
  • wieder Hörbücher hören und rezensieren - 5 Stück!
  • an der Cover-Challenge teilnehmen und dafür mind. 20 Bücher lesen und rezensieren
  • diesen blog wieder aktiv betreiben
Falls du selbst noch auf der Suche nach einer Lesechallenge bist, findest du hier eine klasse Übersicht!
Wie siehst du das so mit den Lesezielen? Hast du selbst welche oder lässt du deine Leselust einfach auf dich zukommen?

Sonntag, 22. Oktober 2017

Rezension: Vielleicht sogar wir alle

Vielleicht sogar wir alle
von Marie-Aude Murail
Roman
ISBN: 978-3-596-85444-8

Worum es geht:
Der Traum von einem anderen Leben
Marie-Aude Murails neuer Roman erzählt die Geschichte einer ganz normalen Familie: Der Vater fürchtet die drohende Umstrukturierung seiner Firma, der Mutter wird der wachsende Leistungsdruck in ihrem Job zu viel, die jugendliche Tochter flüchtet sich in die Welt ihrer Manga-Helden, und der kleine Sohn ist ein Außenseiter. Sie lieben sich, aber sie finden keine Zeit, es sich zu sagen. Und doch stellen sie auf einmal fest, dass sie alle davon träumen, ein einfacheres Leben zu führen: ohne Luxus, aber auch ohne erdrückende Sorgen.


Mein Eindruck:
"Vielleicht sogar wir alle" handelt von einer Geschichte, wie sie vermutlich in der Realität tausendfach vorkommt. Es geht darum keine Zeit für die eigentlich wichtigen Dinge des Lebens zu haben. Es geht um Druck durch das Umfeld und um Druck, den sich manche Menschen selbst machen. Aber trotz dieser bedrückenden Themen bleibt "Vielleicht sogar wir alle" als humorvoll und stilistisch leicht in Erinnerung. Die Autorin Murail hat mit diesem Roman keine schwere Kost geschrieben, sondern macht viel eher Lust darauf sich selbst einmal zu hinterfragen. Was ist mir wirklich wichtig? Bin ich da schon angekommen? Und vor allem: was kann ich von dieser herrlichen Romanfamilie lernen?

Mein Fazit:
"Vielleicht sogar wir alle" sollte von jedem gelesen werden, der Lust hat von einer Romanfamilie zu lernen, was wirklich wichtig ist und sich selbst dabei ein bisschen besser kennen zu lernen.


Sonntag, 8. Oktober 2017

Rezension: Mit Träumen im Herzen

Mit Träumen im Herzen*
von Guiseppe Catozzella
Roman (nach einer wahren Geschichte)
ISBN:  978-3-328-10059-1

Worum es geht:
Sie kam als Letzte ins Ziel, doch ihr Foto ging um die Welt. Millionen waren bei den Olympischen Spielen 2008 von der somalischen Läuferin Samia und ihrem eisernen Willen gerührt. Doch nur wenige wissen, dass die junge Frau danach in ihrer Heimat keine Unterstützung mehr erhielt und sich auf die lange illegale Reise nach Europa machte. Ihre Odyssee fand 2012 vor Lampedusa ein tragisches Ende.
Der italienische Journalist Giuseppe Catozzella hat Samias Geschichte recherchiert und mit ihrer Schwester gesprochen. In einer einfachen und emotional berührenden Sprache lässt er Samias Welt entstehen und gibt der verschollenen jungen Frau eine Stimme.

Mein Eindruck:
Mit dem Buch "Mit Träumen im Herzen" ist dem Autor eindrucksvoll gelungen, eine Geschichte von Flucht zu erzählen. Der Leser wird an die Hand genommen, um die Lebensumstände in Somalia kennen zu lernen und die Beweggründe für eine lebensgefährliche Flucht verstehen zu können. Dabei schont der Autor Guiseppe Catozella nicht. Er umschreibt das, was tausende Menschen Tag für Tag erleben. Ausbeutung, Gewalt, Hunger und Durst waren in Samias Leben nicht erst bei der Flucht vorherrschende Themen. Durch diverse Gewalttaten wird ihre Familie während ihrer Kindheit auseinander gerissen. Trost findet sie nur im Laufen.
So traurig und erschreckend dieses Buch sein mag - trotzdem vermittelt es, wie wichtig es ist Träume zu haben. Und aus Träumen werden Ziele.

Mein Fazit:
Dieses Buch sollte jeder lesen, der mehr über die Schicksale hinter der "Flüchtlingskrise" erfahren möchte. Und trotzdem erfahren will, was es heißt für seine Träume unter schwersten (politischen) Bedingungen zu kämpfen.

*Das Buch wurde mir freundlicher Weise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Rezension: Böse Leute

Böse Leute
von Dora Heldt
Roman
ISBN: 978-3-423-21677-7

Worum es geht:
Sylt wird von einer mysteriösen Einbruchserie erschüttert: Nicht die millionenschweren Luxusvillen werden überfallen, sondern die Häuser älterer, alleinstehender Frauen. Die Polizei ist ratlos. Ex-Hauptkommissar Karl Sönnigsen will den ehemaligen Kollegen unter die Arme greifen – und zwar auf seine ganz eigene Art: Mit Freund Onno, Strohwitwe Charlotte und seiner langjährigen Bekannten Inge stellt Karl ein mit allen Wassern gewaschenes Ermittlerteam auf die Beine.

Mein Eindruck:
Da dies mein allererstes Buch von der Autorin Dora Heldt war, kann ich an dieser Stelle keinen Vergleich zu ihren anderen Büchern, wie etwa "Tante Inge haut ab" anstellen. "Böse Leute" ist jedoch das erste Buch von Dora Heldt, das als Kriminalroman gehandelt wird.
Zu Beginn des Buches werden die Figuren erklärt und mit vielen Details dem Leser umschrieben. Jede der Figuren hat einen sehr eigenen Charakter und beim Lesen hatte jede Figur eine eigene Stimme im Kopf. Jeder Charakter wurde lebendig und bereitete Freude ihn zu begleiten.
Richtig spannend wird "Böse Leute" jedoch erst zur Mitte hin, obwohl der Täter und einige Ereignisse etwas vorhersehbar sind. Trotzdem macht es einfach Spaß die "Eierlikör-Truppe" und die weiteren Figuren zu begleiten.
Die Nebenschauplätze (zB eine Liebelei, Freundschaft...) sind ebenfalls sehr amüsant und haben mich gut unterhalten. Jedes Ereignis konnte ich nachvollziehen.
Der Sprachstil ist eher einfach gehalten und sorgt daher für kurzweilige Unterhaltung. Würde ich dieses Buch als Fernsehprogramm einordnen, wäre es ein typisches "Abendvorprogramm".