Dienstag, 6. Dezember 2016

Rezension: Mann ohne Herz

Mann ohne Herz
von Grebe und Träff
Roman
4. Band


Worum es geht:
Sommer in Stockholm. Die Nächte hell, die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Für Siri Bergman ist es der erste Tag in ihrem neuen Job. Nachdem ihre Praxis schließen musste, arbeitet die Psychotherapeutin nun bei der Polizei – als Profilerin soll sie psychologische Täterprofile erstellen. Gleich ihr erster Fall ist von großer Brisanz: Ein Mörder hat es auf attraktive, gut situierte Männer abgesehen – homosexuelle Männer. Er tötet sie und schneidet ihnen das Herz heraus. Ist der Mörder ein verrückter Schwulenhasser? Oder deutet die Grausamkeit der Tat auf einen ganz anderen Zusammenhang hin?



Mein Eindruck:
Im bereits 4. Band um Siri Bergmann fängt ein neuer Abschnitt an - Siri arbeitet jetzt für die Polizei. In diesem Band wird der erste Fall für sie beschrieben und wie sie in das Team "hineinwächst". Der Leser lernt folglich zeitgleich mit Siri weitere Figuren in den Romanen kennen. 
Aber bereits bekannte Personen bleiben erhalten, auch wenn zB. Aina nur noch am Rande erwähnt wird. Siri hat mit dem Vertrauensbruch noch immer nicht abgeschlossen. Hier kann ich ihre Handlungen absolut nachvollziehen und empfinde die Figur sehr authentisch.
Der Fall ist meines Erachtens spannend und schlüssig erzählt und lässt keine weiteren Wünsche offen. Auch in diesem Band gefielen mir die Perspektivwechsel äußerst gut. 

Achtung Spoiler: In diesem Buch hat mich eins enorm gestört - Siri landet mit einem ihrer Kollegen im Bett. Klar, das ist wieder ein Hinweis auf Aina, Siri dürfe sie nicht verurteilen und so weiter. Aber genau dies stört mich. Denn kann es in Krimis keine Figuren geben, die einfach mal treu in einer Partnerschaft leben, auch (oder gerade dann!) wenn es mal Schwierigkeiten gibt? 

Mein Fazit:
Wie auch der Rest der Reihe empfinde ich den 4. Band rund um Siri äußerst lesenswert. Mir wurden einige spannende Stunden geschenkt, die ich sehr genossen hab - obwohl mich ein kleiner Teil in der Teamfindung dann doch enorm gestört hat. 



Freitag, 25. November 2016

Hörbuch-Rezension: Die Chemie des Todes

Die Chemie des Todes
von Simon Beckett
gelesen von Johannes Steck

ISBN: 978-3-89964-489-0


Worum es geht:
David Hunter war Englands berühmtester Rechtsmediziner. Aber er hat seinen Beruf aufgegeben und sich inkognito nach Devonshire in ein kleines Dorf zurückgezogen. Dort arbeitet er seit ein paar Jahren als Assistent des Arztes, als sein friedliches Landleben ein jähes Ende findet. Spielende Kinder entdecken eine mit einem Paar Schwanenflügel ausstaffierte Frauenleiche. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin im Dorf. Da sie mit David befreundet war, ist er, der schweigsame Fremde, einer der ersten Verdächtigen. Doch dann findet die Polizei heraus, was David früher war, und so muss die Ex-Koryphäe der überforderten Provinz-Gerichtsmedizin helfen. Gerade als sich anhand seiner Analysen herausstellt, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt, um sie noch lebend zu finden. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten.

Mein Eindruck:
Die Story "Die Chemie des Todes" war mir bereits durch die Printausgabe vertraut und schon damals habe ich sie verschlungen. Da im Oktober diesen Jahres der fünfte Band rund um David Hunter erschien, hatte ich jedoch noch einmal Lust auf den Beginn des Ganzen. Und ich wurde nicht enttäuscht! 
Insgesamt ist dies ein sehr spannender Auftakt einer Reihe und trotz meiner Kenntnis über den Verlauf war es erneut sehr spannend.
Der Leser Johannes Steck schafft es, mich völlig in seinen Bann zu ziehen und wird meinen Ohren nie langweilig oder gar ermüdend. Eine Stimmvielfalt wie wir es von Rufus Beck gewöhnt sind, hat er nicht. Das ist jedoch auch nicht notwendig, da "Die Chemie des Todes" in der Ich-Form erzählt wird. Auch für diesen Erzählstil gibt es einen Pluspunkt. Die Geschichte wurde nicht durch Emotionen oder Schock der Figur "überladen". Vielmehr wurde der "Bericht" durch David Hunter recht nüchtern gehalten. Das gefällt mir persönlich sehr gut!

Mein Fazit:
Ein klasse Hörbuch für jeden, der Spannung und einen guten Sprecher sucht. 

Freitag, 11. November 2016

Rezension: Bevor du stirbst

Bevor du stirbst
von Grebe und Träff
Roman
3. Band

ISBN:  978-3-442-75369-7

Worum es geht: 
Eine kalte Winternacht in Stockholm. Eine junge Frau allein in einem menschenleeren Park. Plötzlich Schritte, die immer näher kommen. Als sie sich schon verloren glaubt, fällt ein Schuss, ihr Verfolger stürzt zu Boden und bleibt in einer Blutlache liegen. Fünf Jahre später findet die Psychotherapeutin Siri Bergman in alten Kisten ihres ersten Mannes Stefan eine merkwürdige Notiz, die auf genau diesen Mord hinweist. Gibt es etwa einen Zusammenhang zwischen der grauenhaften Tat und Stefans Selbstmord, der nur wenige Wochen danach Siris Leben erschütterte? Der Gedanke lässt sie nicht mehr los. Hat Siri ihren Mann jemals wirklich gekannt? 

Mein Eindruck:
Der dritte Teil rund um die Figur Siri Bergmann, beschäftigt sich sehr mit ihrer eigenen Vergangenheit, was den beiden Autorinnen in meinen Augen äußerst gelungen ist. Die Verknüpfung von Siris Privatleben mit einem kriminologischem Fall konnte sehr gut hergestellt werden und Siri ist mir noch weiter ans Herz gewachsen. 

Das große Finale dieses Buches ist sehr packend und konnte mich in seinen Bann ziehen. Ich habe beim Lesen richtig mitgefiebert, obwohl gegen Ende das Ein oder Andere ein wenig vorhersehbar war. 
Ein weiterer Pluspunkt für dieses Buch: der Tod von Stefan wird am Ende endlich aufgeklärt und Siri kann weitesgehend mit ihrer Vergangenheit abschließen. Auch hier reagiert die Figur Siri Bergmann in meinen Augen äußerst authentisch, in dem sie nun einige Dinge in ihrem Leben ändert. So tauchen ein paar bereits bekannte Figuren ebenfalls wieder auf und so kann über das Thema Freundschaft und "Erwachsen werden", bzw. sich als Freunde "auseinanderleben" ein wenig philosophiert werden. 

Mein Fazit:
Die gesamte Reihe ist in meinen Augen äußerst lesenswert und wird viele spannende Stunden schenken. Den nächsten Band "Mann ohne Herz" werde ich ebenfalls lesen und hier rezensieren. 

Dienstag, 18. Oktober 2016

Rezension: SMS für dich

SMS für dich
von Sofie Cramer
ISBN: 3499290200

Worum es geht: 
Nach einem heftigen Streit verschwindet Claras Freund ohne ein Wort. Kurz darauf erfährt sie, dass Ben auf tragische Weise ums Leben gekommen ist. Dabei hatte er ihr erst vor wenigen Wochen einen Heiratsantrag gemacht! Clara ist am Boden zerstört. Wie soll sie allein weiterleben? Erst als sie vor Sehnsucht beginnt, Ben täglich eine SMS zu schreiben, findet sie allmählich wieder Halt. 
Was Clara nicht weiß: Bens Nummer wurde inzwischen neu vergeben. Die Nachrichten landen bei Sven, und sie berühren den jungen Journalisten so sehr, dass er sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Absenderin macht 


Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
"SMS für dich" fiel mir ehrlich gesagt durch die Vorschau auf die Verfilmung auf. Und das Buch wollte ich unbedingt lesen, bevor ich den Film gucke. Die Vorschau ist so viel versprechend.

Mein Eindruck:
So vielversprechend wie in meinen Augen die Vorschau auf die Verfilmung mit Caroline Herfurth und Co in meinen Augen ist - so enttäuscht hat mich dieses Buch. In meinen Augen verschenkt die Autorin sehr viel Tiefgang und die Figuren bleiben oberflächlich. Zudem hat mich gestört, dass die Phase der Trauer von Clara zu sehr ausgeschmückt wird, ohne dass mich dies in irgendeiner Art und Weise wirklich berühren konnte.
Der Wechsel der Perspektiven rettet in meinen Augen leider ebenfalls nichts am Spannungsaufbau. Normalerweise gefällt mir der Wechsel der Perspektive immer äußerst gut, hier war er größtenteils nichts sagend. Zu wenig gingen die Figuren in die Tiefe.
Das Positive an diesem Buch? Es liest sich sehr rasch weg und musste daher nicht "abgebrochen" werden. Es ist eben mal so eine seichte und oberflächliche Geschichte für zwischendurch.

Mein Fazit:
Wer mit diesem Buch seine Vorfreude auf den Film steigern möchte, sollte in meinen Augen die Finger davon lassen. Die Figuren werden meines Erachtens auch im Verlauf der Geschichte nicht richtig lebendig.

Samstag, 15. Oktober 2016

Hörbuch-Rezension: Amokspiel

Amokspiel
von Sebastian Fitzek
gelesen von Simon Jäger

ISBN-10: 3785733798

Worum es geht:

Die Kriminalpsychologin Ira steht kurz vor ihrem Selbstmord. Doch dann wird sie zu einem Geiseldrama in einen Radiosender gerufen: Ein Psychopath ruft bei laufender Sendung wahllos Menschen an. Melden die sich nicht mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel erschossen. Der Mann fordert, dass seine Verlobte ins Studio kommt. Doch die ist tot. Ira beginnt eine Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören ...

Mein Eindruck:
Wer mich ein wenig kennt, weiß, dass ich bei Büchern von Fitzek immer ein wenig hin und her gerissen bin. Seine Bücher erscheinen mir oft als "zu sehr gewollt". Immer muss etwas noch merkwürdiger, noch spannender, noch dramatischer sein, als in der Szene zuvor. 
Die Lösung des Falls hab ich mir zwischendurch schon immer mal wieder gedacht, daher war es trotz des vielen Hin und Hers des Autors für mich keine großartige Überraschung mehr. 
In der Story von "Amokspiel" gibt es relativ viel Aciton, Ira landet bei der Mafia etc. etc. Das war mir alles ein wenig zu aufgebauscht. Dennoch, als Film könnte ich mir dies gut vorstellen - mit diesen vibrierenden Lautsprechern im Kino und vielleicht auch geschickt in 3D... 

Der Leser Simon Jäger liest meines Erachtens sehr geschickt und ich konnte mich gut in die Figur von Ira hineindenken. Die Spannung der Stimme zu lauschen ließ bei mir nicht nach und ich konnte auch während der Autofahrt sehr gut lauschen. 

Mein Fazit:
Wer generell gerne Hörbüchern lauscht, die spannend gestaltet sind und wo sich die Stimme des Lesers nicht irgendwann "abnutzt", der ist mit diesem Hörbuch gut beraten. (Soweit ich weiß gibt es mittleriweile eine andere Hörbuch-Fassung mit mehreren Sprechern, dazu habe ich jedoch leider keinen Vergleich.)
Allerdings bleibt dennoch der Wehrmutstropfen, dass alles sehr konstruiert erscheint bestehen.