Montag, 18. Juli 2016

Montagsfrage: Bist du in einem Buchclub?

Wie immer am Montag findet beim buchfresserchen die Montagsfrage statt und ich bin heute auch wieder dabei. Heute stellt aber "81 Stufen nach Hause" die Frage. Wissenswert ist also diese Woche:

Bist du in einem Buchclub?

Leider bin ich das nicht. Ich wäre das aber total gerne - ähnlich wie in dem Buch "Der Jane Austen Club" von Karen Joy Fowler. Das ist aber tatsächlich in dieser (sehr ländlichen) Gegend eher schwierig, denke ich. Dann ist da ja auch immer die Frage, ob man in der Gruppe einen gemeinsamen Geschmack trifft, dann muss das individuelle Lesetempo berücksichtigt werden und die Arbeitszeiten etc... Dazu kommt natürlich das kleine Hindernis, dass ich hier ohnehin noch sehr wenig Menschen persönlich kenne. (Und diejenigen, die ich kenne, lesen nicht so gerne). Mit einer Freundin tausche ich jedoch bei fast jedem Treffen ein Buch. Sie gibt mir eins, das sie gelesen hat und mir empfiehlt und umgekehrt. Das macht auch unheimlich Spaß - ist aber nicht der "Hauptfaktor" unserer Freundschaft. Dies läuft halt eher nebenher und ist nicht der eigentliche Anlass für unsere Treffen.
Online war ich mal in einer SuB-Gruppe vernetzt, in einem Forum. Jedoch ist dies einfach irgendwann zu weit weg von mir gewesen, von meinem "echten" Leben - es ist einfach ein Unterschied, bei der Kommunikation über Bücher in reale Augen schauen zu können, die bei dem Thema mindestens genauso leuchten, wie die eigenen.

Vielleicht werde ich irgendwann einmal so viel Freizeit haben, um einen Buchclub ins Leben zu rufen. Einen Buchclub, der sich vielleicht sogar "strahlende Leseaugen" nennt?! ;)


Freitag, 15. Juli 2016

Rezension: Verliebt in Mr. Daniels

Verliebt in Mr. Daniels
von Brittainy C. Cherry 
Roman
ISBN: 978-3-8025-9918-7


Worum es geht: 
Unsere Liebe verboten zu nennen ist einfach. Einfacher, als zu erkennen, dass wir vom ersten Moment an Seelenverwandte waren. Ich denke, wir sind beides: verbotene Seelenverwandte. Ich hatte nicht vor, mich in ihn zu verlieben, als ich nach Wisconsin kam. Ich hatte weder geplant, in Joes Bar zu stolpern, noch mich Hals über Kopf in Daniels Musik zu verlieren. Ich hatte ja keine Ahnung, dass allein seine Stimme all meine Sorgen wenigstens für einen kurzen Moment vertreiben könnte. Ich wusste nicht, dass sich so das Glück anfühlt. Unsere Liebe war mehr als nur Leidenschaft. Es ging um Familie. Um Verlust. Um das Gefühl, wieder lebendig zu sein. Unsere Liebe war verrückt und schmerzhaft. Sie bestand aus Lachen und Weinen. Sie war wie wir. Und allein deshalb werde ich es niemals bereuen, dass ich mich in meinen Lehrer Mr Daniels verliebt habe!

Mein Eindruck:
Das Buch "Verliebt in Mr. Daniels" steckt vom Anfang bis zum Ende im Drama. Die Figur Ashlyn verliert ihre Zwillingsschwester, die Mutter muss eine Entziehungskur machen und Ashlyn dadurch zu ihrem (ihr fast unbekannten) leiblichem Vater ziehen... Die Figur Mr. Daniels steckt ebenfalls voller Tiefschläge. Wem dies nicht eine Schippe zuviel Drama in einer Geschichte ist, der kann sich, meiner Meinung nach, hier auf eine wunderbare Liebesgeschichte einlassen. Besonders gefallen hat mir, dass die beiden Hauptfiguren wenigstens ihr Kennenlernen ohne viel Drama überstanden haben und es quasi "nebenher" passierte - so wie es im realen Leben eben oft passiert. Die Beziehung der beiden gestaltet sich durch diverse Komplikationen mit vielen Gefühlen: Freude, Glück, Trauer und auch Komik. Das ist okay und stellenweise sehr berührend.
Dennoch muss ich einige Kritikpunkte nennen. Das Buch verliert sich in meinen Augen in zu vielen "Nebengeschichten". Natürlich spielen all diese Ereignisse eine Rolle im Leben der Figuren, das ist mir durch aus bewusst. In meinen Augen verliert aber der "Hauptstrang" der Story an Raum. Ashlyn lernt ihre neue Familie kennen und zum Teil lieben, aber auch dies verläuft nicht ohne Drama - in meinen Augen einfach ein wenig zu viel Drama. Die "Aufgabenliste" der Zwillingsschwester verliert der Leser völlig aus den Augen, da sie absolut nebensächlich wird - dabei hat doch damit alles so schön angefangen. Ich persönlich hätte gerne die komplette Liste der Schwester gesehen.
Worüber ich außerdem nur den Kopf schütteln kann - die Sexszenen der beiden Hauptfiguren erschließen sich mir nicht ganz. Die kommen mir ein wenig zu "gewollt", zu zwanghaft. Hier hat das Buch seine "Unschuldigkeit" zu sehr verlieren wollen und sich damit phasenweise in eine Reihe der Bücher begeben, die ich gar nicht erst im Buchhandel in die Hand nehme, da sie mich null interessieren, geschweige denn als Leserin "antörnen".
Mein letzter Kritikpunkt: das Ende - nach so viel Drama hätte ich einfach ein anderes erwartet.
Insgesamt betrachtet habe ich das Buch, trotz Kritik in guter Erinnerung und mir gefielen viele Details der Autorin. Ich mag, dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben ist und dass sich Shakespeare durch das gesamte Buch zieht. Wer dadurch über die Kritikpunkte hinweg schauen kann, der wird dieses Buch genießen können.

Leseempfehlung!



Montag, 11. Juli 2016

Montagsfrage: Thema Mördersuche im Krimi

Heute bin ich mal wieder bei der aktuellen Montagsfrage des buchfresserchens dabei. Heute möchte das buchfresserchen Folgendes wissen:

Wenn du einen Krimi/Thriller o.ä. liest, machst du dir selbst Gedanken darüber, wer der Mörder/Täter ist, oder lässt du dich prinzipiell vom Autor überraschen?
Egal, ob ich einen Krimi lese, der aus der Feder von Nele Neuhaus stammt, oder ob es sich um einen brutalen skandinavischen Thriller handelt - mein Kopf denkt automatisch mit. So geht es mir auch, wenn der Täter stilistisch bereits bekannt ist und "nur noch" der Weg zur Lösung des Falls aufgezeigt wird. Die Schlüssigkeit eines Falls ist mir wichtig.Krimis oder Thriller, in denen völlig überraschend ein völlig anderer (evtl. bisher unbekannter) Täter auf den letzten Seiten auftaucht und im Eiltempo abgearbeitet wird, sind eher nichts für mich. 

Freitag, 8. Juli 2016

Verfilmt: Ein ganzes halbes Jahr



Ein ganzes halbes Jahr

Die Vorlage für diesen wunderbaren Film (und so viel sei verraten: meinen Freund hat dieser Film im Kino ebenso berührt wie mich), stammt aus dem gleichnamigen Buch der Autorin Jojo Moyes. Die Rezension zu dem Buch findet ihr hier.

Der Besuch dieses Films im Kino war für mich im Prinzip eine Pflicht, da mich das Buch bereits vor einiger Zeit sehr in seinen Bann gezogen hat und mir tief unter die Haut ging - und ich sollte auch beim Film nicht enttäuscht werden.
Die Verteilung der Rollen gab mir jedoch bereits bei der ersten Sichtung der Vorschau leichte Bedenken: Louisa wird durch Emilia Clarke gespielt, die zwar optisch wunderbar in meine Vorstellung passt, jedoch sehr viel mit ihrer Mimik spielt. Bereits bei der Vorschau kam mir dies übertrieben vor und auch beim Film an sich störte mich dies zum Teil. Dieser Wehrmutstropfen ist aber in den Schlüsselszenen des Films direkt ganz tief im Hinterkopf verschwunden und ich war wieder ganz in die Geschichte getaucht - unbedingt an die Taschentücher denken.
Sam Claflin, der die Rolle von William übernimmt, wirkt hingegen im Gesicht ein wenig zu starr, zu wenig lässt sich an seinem Gesicht für mich als Zuschauerin ablesen. Hier hätten die beiden Darsteller der Hauptrollen ruhig ein wenig von sich lernen können.
Die Rollen der Eltern von William sind in meinen Augen durch Janet McTeer und Charles Dance in meinen Augen absolut perfekt besetzt. Eine andere Besetzung hätte ich mir hier nicht vorstellen können. Sie passen einfach wunderbar in ihre teilweise "gefühlskalten" Rollen und natürlich in die wunderbare Kulisse.
Die Schlussszene wurde ebenfalls sehr gut umgesetzt, auch hier wurde viel Liebe ins Detail gesteckt, ich habe nichts vermisst. Zu viel möchte ich hierüber aber dennoch nicht verraten, sollte es noch Leser geben, die weder Buch noch Film bislang kennen.

Trotz der kleinen Kritikpunkte über die mimische Leistung der beiden Hauptdarsteller ist "Ein ganzes halbes Jahr" in meinen Augen eine absolut gelungene Verfilmung und auf jeden Fall den Besuch des Kinos wert - aber wie gesagt, denkt an die Taschentücher.