Dienstag, 27. September 2016

Rezension: Das Trauma

Das Trauma
von Grebe und Träff
Roman
ISBN: 978-3-442-74489-3


Worum es geht: 
An einem verregnetem Nachmittag in einem Vorort von Stockholm: Unter dem Küchentisch versteckt, muss die fünfjährige Tilde mit ansehen, wie ihre Mutter bestialisch zu Tode getreten wird. Sie ist die einzige Zeugin dieses schrecklichen Verbrechens, kann sich nur vage an das Aussehen des Täters erinnern. Zur gleichen Zeit trifft die Psychotherapeutin Siri Bergman fünf neue Patientinnen, die sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammengefunden haben. Alle waren sie männlicher Gewalt ausgesetzt, alle haben sie schreckliche Geschichten zu erzählen über verratene Liebe, Schläge, Erniedrigungen. Doch schon bald schlägt die Suche nach Versöhnung um – in die Jagd nach einem besessenen Mörder, der seine erste Tat an einem verregneten Nachmittag in einem Vorort von Stockholm beging …

Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Wie du vielleicht weißt, habe ich vor kurzer Zeit den ersten Band rund um Siri Bergmann verschlungen. 

Mein Eindruck:

"Das Trauma" ist in meinen Augen ein sehr gelungener zweiter Teil rund um die Figur Siri Bergmann, die immer noch in ihrer eigenen Gegenwart gefangen ist und daher bei der Arbeit mit der Selbsthilfegruppe immer wieder auf ihre eigenen inneren Abgründe stößt. 
Auch im zweiten Band ist die Figur Siri äußerst authentisch und trauert weiterhin um ihren Mann. Hier gefällt mir, dass der Aspekt der Trauer im zweiten Band nicht einfach so "verschwindet", sondern einfach zu Siri gehört. 

Der Einblick in die Arbeit mit der Selbsthilfegruppe gefällt mir ebenfalls sehr gut - kein noch so unschönes Detail wird ausgespart und dennoch blieb mir beim Lesen die eigene, düstere Fantasie. 
Ebenfalls ein Pluspunkt ist in meinen Augen, dass die weiteren Figuren mit ihren komplexen Charaktären erhalten blieben und noch vertieft wurden. So taucht die beste Freundin Aina wieder auf und auch Sven ist mit all seinen Macken wieder mit dabei.
Die Auflösung des Falls ist gegen Ende des Buches keine große Überraschung mehr, bietet aber dennoch einiges an Spannung. 

Insgesamt gefällt mir mit diesem Buch die Fortsetzung der Reihe rund um Siri Bergmann sehr und ich freue mich sehr auf die nächsten Bände. 

Montag, 12. September 2016

Rezension: Die Therapeutin

Die Therapeutin
von Grebe und Träff
Roman
ISBN: 9783442741830


Worum es geht: 
Alles nur Einbildung oder echte Bedrohung? Siri Bergmann arbeitet als Psychotherapeutin in einer kleinen Gemeinschaftspraxis mitten in Stockholm. Sie ist den Umgang mit seelischen Abgründen und schmerzhaften Geheimnissen gewohnt. Es ist ihr täglich Brot. Doch im Moment hat sie vor allem mit sich selbst zu kämpfen. Seit ihr Mann bei einem Tauchgang vor einem Jahr tödlich verunglückt ist, lebt sie vollkommen abgeschieden in einem kleinen Haus am Meer. Trotz ihrer panischen Angst vor der Dunkelheit will sie sich beweisen, dass sie mit dem Alleinsein zurechtkommt. Dass sie sich beobachtet fühlt, bildet sie sich vielleicht nur ein. Dass ihre Katze nicht mehr auftaucht, hat wahrscheinlich nichts zu bedeuten. Aber als sie eines Morgens beim Schwimmen im Meer auf die Leiche einer Patientin stößt, nimmt der Alptraum Gestalt an: Hat Siri als Therapeutin versagt - oder will jemand ihr Leben zerstören?

Warum dieses Buch in meine Hände fiel:
Zur Zeit habe ich ziemlich viele angefangene Reihen auf meinem SuB, daher sträubte ich mich ehrlich gesagt ein wenig noch eine Reihe zu beginnen. Mir wurde jedoch der bereits vierte Band der Reihe rund um Siri Bergmann vom bloggerportal zur Verfügung gestellt. Irgendwie dachte ich damals, dass es sich bei "Mann ohne Herz" um einen Einzelband handelt. Dem ist jedoch nicht so, also beeilte ich mich in der letzten Zeit die Reihe zu beginnen, um dann demnächst den vierten Band rezensieren zu können. Ich hasse es einfach Reihen nicht mit dem ersten Band zu beginnen. 

Mein Eindruck:

Mit dem Buch "Die Therapeutin" ist es gelungen mich von der ersten Seite an zu faszinieren und ich habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen. 
Siri ist dabei nicht immer eine besonders sympathische Figur, die jedoch gerade dadurch an Individualität und auch an Authentizität gewinnt. Ihre Alkoholsucht und die Ängste rücken hierbei, das ein oder andere Mal zu sehr ins Rampenlicht, gehören aber zum Kennenlernen der Hauptfigur dazu. Nebenfiguren werden durch die beiden Autorinnen ebenfalls sehr authentisch gezeichnet und vorgestellt.
Der Aufbau der Spannung hat im ersten Teil der Reihe etwas auf sich warten lassen, da anfangs nur eine unheimliche Stimmung spürbar ist und noch gar keine echte Bedrohung im Raum steht. Dies ist als Stilmittel in meinen Augen in Ordnung, um so einen sanften Einstieg in eine spannende Reihe zu gestalten und die wiederkehrenden Figuren erst einmal kennen zu lernen. 
Besonders gefallen hat mir, dass der in die Arbeit von Siri einen Blick erhaschen darf, in dem wir die Therapiesitzungen mit ihren Patienten mit erleben dürfen. Dies ist ein weiterer Punkt, wodurch das Buch spannend ist, ohne zu sehr in die "klassischen Ermittlungsmuster" von skandinavischen Romanen zu fallen. 

Insgesamt kann ich dieses Buch jedem empfehlen, der Lust auf eine neue Reihe mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur verspürt und dabei ein sehr spannendes Ende nach einem etwas gemütlicherem Einstieg bevorzugt.