Dienstag, 10. Januar 2017

Rezension: Die Vermessung der Welt

Die Vermessung der Welt
von Daniel Kehlmann
ISBN: 3499241005

Worum es geht:
Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.

Mein Eindruck:
"Die Vermessung der Welt" lag ehrlich gesagt schon einige Zeit auf meinem SuB. Und ehrlich gesagt: dort hätte es ruhig auch noch ein paar Jahre liegen bleiben können. Das Buch wurde so oft hoch gelobt, dass ich wohl einen zu hohen Anspruch hatte. Schließlich ist häufig von Sprachwitz und genialen Formulierungen die Rede. Mir fällt kaum eine Passage ein, die ich als besonders genial titulieren möchte. Die Figuren Humboldt und Gauß erscheinen in dem Buch sehr überzeichnet und meines Erachtens werden sie eher ins Lächerliche gezogen. Das hatte ich leider nicht erwartet. Die Schwächen (zB im sozialen Leben) werden zu sehr in den Vordergrund gestellt, ohne dass ich persönlich dabei den Sprachwitz gefunden habe. Andere Personen hingegen könnten noch stärker einbezogen werden. So musste ich mich in den letzten Tagen fast durch dieses Buch "quälen". 
Vorzeitig abgebrochen habe ich es nur nicht, weil ich permanent auf die Genialität gewartet habe. Und ja ein Buch mit etwas über 300 Seiten eigentlich schnell gelesen ist. Doch auch hier hat mir der Autor Kehlmann ein Schnippchen geschlagen. Die Sätze sind scheinbar endlos aneinander gereiht, ohne jegliche Spannung. Dabei passiert im Leben von Humboldt und Gauß so viel! 

Mein Fazit:
Meines Erachtens kann auf die Lektüre dieses Werkes verzichtet werden - hochkarätige Pressestimmen hin oder her. Ich hatte mir eindeutig mehr von diesem Werk erhofft. 

Kommentare:

  1. Hey =)

    Oh nein, das ist aber echt schade! Wirklich sehr sehr schade, dass dir der Charme des Buches verschlossen geblieben ist. Ich fand es wirklich absolut großartig und habe mich bestens unterhalten gefühlt. Ich wundere mich gerade ein bisschen, dass du so ein ernstes und geniales Buch erwartet hast. Ich hab im Vorfeld einige Rezis gelesen und eigentlich wurde immer erwähnt, dass hier alles sehr überspitzt dargestellt ist, im Besonderen die soziale Inkompetenz und Schrulligkeit.
    Echt schade, aber da kann man einfach nichts machen =).

    LG
    Anja

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    1. Hi Anja,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hatte in der Tat ein ganz anderes Buch erwartet - die Verfilmung, dich ich im Vorfeld gesehen hatte, erschien mir nicht annähernd so schrullig.
      Aber schließlich leben Buchblogs ja von unterschiedlichen Meinungen und Leseeindrücken. ;)
      Liebe Grüße,
      Natalie

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