Donnerstag, 18. Mai 2017

Rezension: Blankes Entsetzen

Blankes Entsetzen 
von Hilary Norman
ISBN: 978-3-8387-1743-2
Thriller

Worum es geht; 
Der Rechtsanwalt Robin Allbeury hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen zu helfen, die von ihren gewalttätigen Ehemännern geplagt werden. Doch für manche Frauen kommt jede Hilfe zu spät. So ist es im Falle von Lynne Bolsover, deren Leiche in einem Schrebergarten gefunden wird, Opfer eines brutalen Gatten - so scheint es jedenfalls ...
Und dann gibt es Frauen wie Lizzie Piper, Mutter von drei Kindern und verheiratet mit einem erfolgreichen Chirurgen, der dem Idealbild des fürsorglichen Ehemanns entspricht. Doch niemand weiß, was in manchen Ehen wirklich vorgeht. Oder was hinter verschlossener Tür geschieht ...

Mein Eindruck:
Ehrlich gesagt lag "Blankes Entsetzen" ewig lang auf meinem SuB - bestimmt mehrere Jahre lang. Das Cover hatte mich überhaupt nicht angesprochen, ist es doch irgendwann als Geschenk mal zu mir gewandert. Dennoch wurde es Zeit auch dieses Buch mal zu lesen - und dann? Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen! Die Spannung, die Hilary Norman aufbaut, hat mich sofort gepackt und ich musste unbedingt wissen, wie es im Buch weiter geht. 
Mit "Blankes Entsetzen" kann der Leser einen Blick hinter die Kulissen der scheinbar perfekten Familien werfen und wird manches Mal voller Unglauben den Kopf schütteln - dennoch ist dieses Buch sehr realistisch  und nachvollziehbar gehalten. Jede der Frauen hat ihre Gründe bei den Ehemännern zu bleiben und die pure Hölle tagtäglich zu erleben. 
Einzig die Auflösung des Täters hat mich ein wenig irritiert. Zwar hatte ich mir zwischenzeitlich gedacht, dass es auf diesen Täter hinauslaufen wird, aber die Begründung fiel dann doch etwas schwach aus. Insgesamt hat mir das Buch jedoch sehr gut gefallen und für ordentlich Spannung gesorgt!

Mein Fazit:
Insgesamt ein gut gelungenes und spannendes Buch, das jeder Thriller-Fan gelesen haben sollte. Allerdings lässt die Auflösung des Falls ein wenig zu wünschen übrig und ist nicht 100% überzeugend. 

Dienstag, 9. Mai 2017

Rezension: Der Kruzifix-Killer

Der Kruzifixkiller
von Chris Carter
Hunter-und-Garcia-Reihe Band 1
ISBN: 9783548281094
Thriller

Worum es geht:
Los Angeles: Die Leiche einer wunderschönen Frau wird gefunden, zu Tode gequält und bestialisch verstümmelt. Keinerlei Spuren. Bis auf ein in den Nacken geritztes Kreuz, ein Teufelsmal: das Erkennungszeichen eines hingerichteten Serienmörders. Detective und Profiler Robert Hunter wird schnell klar, dass der Kruzifix-Killer lebt. Er mordet auf spektakuläre Weise weiter. Und er ist Hunter immer einen Schritt voraus - denn er kennt ihn gut. Zu gut.

Mein Eindruck: 
Der Beginn des Buches hat mich diesmal sofort gepackt - denn statt erst einmal an die Figuren herangeführt zu werden, wie es manche Reihenauftakte so tun, startet dieser Thriller direkt im Geschehen. Keine Zeit für lange Erklärungen, da der Kollege von Hunter sofort gerettet werden muss. Mitten in den Geschehnissen dieser Szene wird erläutert, wie es zur aktuellen Lage gekommen ist. Das ist meines Erachtens dem Autoren sehr gelungen. 
Weiterhin gelungen ist die Beschreibung der Vorgehensweise des Täters. Oft überkam mich dank meiner Vorstellungskraft eine Gänsehaut - und genau darum geht es doch beim Lesen eines Thrillers, richtig? Insgesamt ist der Thriller recht blutig und brutal gehalten - dafür geht er jedoch nicht besonders in die Tiefe, was die Protagonisten angeht... Hunter wird als überdurchschnittlich intelligent beschrieben und hat auf vieles tatsächlich sofort eine Lösung oder den richtigen psychologischen Ansatz parat. Dieser Aspekt soll Hunter individuell machen, schon klar. Doch manchmal stört es mich, dass dadurch manch andere Figur in dem Buch recht "dumm" erscheint. Trotzdem mag ich die beiden Ermittler Hunter und Garcia sehr, so unterschiedlich sie auch sind. 

Mein Fazit:
Besonders viel Aussagekraft oder Raffinesse hat "Der Kruzifixkiller" nicht aufzuweisen, dafür bietet er jede Menge kurzweilige Unterhaltung in Serienform, da es bereits mehrere Nachfolgebände gibt. Ein Thriller für jeden, der "mal schnell etwas Spannung" möchte. 

Freitag, 5. Mai 2017

Rezension: Little Bee

Little Bee
von Chris Cleave
Roman
ISBN: 978-3-423-21406-3

Worum es geht: 
Manchmal wünscht sie sich, sie wäre eine englische Pfundmünze: dann würde sich nämlich jeder freuen, sie zu sehen. Little Bee ist 16 Jahre alt und stammt aus Afrika. In ihrer Heimat ist ihr Schreckliches zugestoßen, und seit zwei Jahren lebt sie in einem englischen Abschiebelager für Asylbewerber. Trotz allem ist sie ein Mensch voll Lebensfreude, Witz und Intelligenz. In England kennt sie außerhalb des Lagers nur zwei Menschen: Vor Jahren hat sie in Nigeria das Ehepaar Sarah und Andrew, die im englischen Kingston-upon-Thames ein privilegiertes Leben führen, kennengelernt. Ein furchtbares gemeinsames Erlebnis hat eine tragische Verbindung zwischen ihnen geschaffen. Als Little Bee aus dem Lager entlassen wird, ruft sie bei Sarah und Andrew an. Ein Anruf, der unvorhersehbare Folgen hat: Einige Tage später bringt sich Andrew um. Und kurz darauf steht Little Bee vor Sarahs Tür ...

Mein Eindruck: 
Bereits vor einigen Jahren hatte ich mich an diesem Buch versucht, es nach ein paar Seiten aber abgebrochen. Jetzt allerdings habe ich es in einem Rutsch verschlungen! Die ersten Zeilen waren vielleicht beim ersten Versuch zu verworren für mich, so dass es mir schwer viel mich auf die Protagonistin "Little Bee" einzulassen. Aber dranbleiben lohnt sich wirklich! 
Obwohl dieses Buch nicht als Kriminalroman oder gar Thriller gehandelt wird, bietet es durchaus Spannung. Die Ereignisse von vor ein zwei Jahren holen die beiden Frauen wieder ein. Sie stehen die Situationen gemeinsam durch und freunden sich dabei auf sehr authentische Art und Weise an. Sie brauchen sich gegenseitig! Und obwohl beide Frauenfiguren aus so unterschiedlichen Lebenswelten stammen, können sie sich diese Hilfe bieten - zumindest bis zu einer gewissen Grenze. Und dies versteht der Autor sehr gut darzustellen. 
"Little Bee" ist in meinen Augen ein sehr gelungener Roman, der es vermag dramatische Ereignisse und Freundschaft gefühlvoll miteinander zu verknüpfen. Mir sind sämtliche Figuren des Romans sehr ans Herz gewachsen. 

Mein Fazit:
Ein lesenswerter Roman rund um eine wunderbare Frauenfreundschaft, der viel Spannung und Erstaunen beim Leser hervorruft. Viel Tiefe, bzw. Fachwissen zum Thema "Flüchtlingssituation" oder gar "Afrika" bietet dieser Roman jedoch nicht und bietet sich daher eher als "Einstieg" in diese Themen.